Ein toter Baumstamm auf dem Boden ….

…. ist der artenreichste Lebensraum, den du in fünf Minuten anlegen kannst.

Ökologen nennen es einen Totholzhaufen — abgestorbenes Holz, das mehr Leben pro Quadratmeter beherbergt als ein Futterhaus, ein Fledermauskasten und ein Insektenhotel zusammen.

Das Problem:

Die meisten Gärten werden sofort von Totholz befreit. Ein herabgefallener Ast landet noch am selben Tag im Häcksler. Aber in dem Moment, in dem Holz den Boden berührt, beginnt eine Besiedlungsabfolge, die innerhalb von Wochen Dutzende Arten anzieht.

So geht der Aufbau:

— 3–5 Stämme oder dicke Äste, 10–20 cm Durchmesser, 60–120 cm lang
— Locker gestapelt an einem schattigen oder halbschattigen Platz — an einem Zaun, unter einem Baum oder am Grundstücksrand
— Lücken zwischen den Stämmen lassen: Luftzirkulation und Einschlupfmöglichkeiten
— Direkt auf die Erde legen, nicht auf Schotter oder Beton — der Bodenkontakt startet den Zersetzungskreislauf

Zeit: 5 Minuten. Material: Totholz aus dem eigenen Garten oder vom Baumschnitt der Nachbarn.

Die Besiedlungsabfolge:

Woche 1–2: Pilze besiedeln die Rinde. Feuchtigkeit sammelt sich in Ritzen. Laufkäfer und Kurzflügelkäfer ziehen darunter ein.
Woche 3–4: Feuersalamander und Erdkröten finden die dunklen, feuchten Spalten zwischen den Stämmen.
Monat 2: Wildbienen und Grabwespen beginnen, Käfergänge als Nisthöhlen zu nutzen. Spinnen etablieren sich. Steinläufer kommen hinzu.
Ab Monat 3: Schnecken legen Eier ab, was Räuber anzieht. Moos und Flechten besiedeln die Oberflächen. Der Stapel wird zu einem eigenständigen Nahrungsnetz.

Ein Totholzhaufen zieht innerhalb von 30 Tagen mehr als 12 Arten an — Feuersalamander, Käfer, Erdkröten, Spinnen, Wildbienen, Steinläufer, Tausendfüßer, Pilze, Moos, Flechten, Schnecken und die Räuber, die ihnen folgen.

Den Stapel nach dem Aufbau nicht mehr versetzen. Die ersten Besiedler bauen ein chemisches und mikrobielles Netzwerk im umliegenden Boden auf. Wer den Stapel bewegt, setzt die Uhr zurück.

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