Das Gericht der Hunde

 

Ein Mann ist verstorben. Bevor er ins Himmelreich aufgenommen wird, muss er sich einem Gericht stellen.
Dieses Gericht besteht nur aus Hunden.

Er hat ein mulmiges Gefühl, als er sich umblickt. Er steht in einem Tal, umgeben von Hügeln, und überall sind Hunde verteilt. Und zwar die unterschiedlichsten Rassen und Mixe, junge und alte sowie gesunde, kranke und behinderte Hunde.
In der Mitte des Tals steht eine Dogge. Und sie richtet ihr Wort an die anwesenden Hunde mit einer einzigen Frage: „Wollt Ihr, dass ein Mensch ins Himmelreich kommt?“

Dieser Satz ist wie ein Startschuss, die Hunde fangen an durcheinander zu reden und den Mann immer wieder böse anzublicken. Er hört aus dem Stimmengewirr immer wieder heraus, dass sie ihn nicht in ihrem Reich haben wollen. Dass er in die Hölle gehöre, wegen all der Grausamkeiten, die nur ein Mensch einem Tier antun kann.

Er hört, wie lieblos die Menschen gegenüber den Tieren sind. Er hört von Aussetzung, Verhungern und Verdursten, von Quälereien, Misshandlungen und Verstümmelungen. Er sieht sich um, und die Tränen stürzen plötzlich über seine Wangen und wollen nicht mehr versiegen bei soviel Leid.

Er sieht Hunde, deren Gliedmaßen gebrochen sind. Er sieht Hunde mit durchgeschnittenen Kehlen, mit ausgestochenen Augen, abgeschnittenen Ohren, Ruten und Zungen, durchgeschnittenen Stimmbändern, verbrannten Körperteilen, und das ganze Ausmaß des Leids bricht über ihn zusammen wie eine riesige Flutwelle.

Und plötzlich ist es ihm, als würde ein kleines Licht scheinen. Und es bewegt sich in die Mitte des Tals.
Als er dieses Licht genauer betrachtet, erkennt er seinen Hund, seinen kleinen Freund, mit dem er so viele glückliche Jahre verbracht hat. Dieser spricht zu den anderen:
„Ich kann nicht ungeschehen machen, was Euch angetan wurde, und ich kann nicht für alle Menschen sprechen. Aber ich kann es für diesen Menschen. Denn er hat mich bei sich aufgenommen. Mir zu fressen und zu trinken gegeben, mich umsorgt und geliebt. Und er hat mich nie im Stich gelassen.

Er blieb bei mir, bis der letzte Hauch von Leben aus meinem Körper entwichen war und ich die große Reise über die Regenbogenbrücke angetreten habe. Und ich möchte mich für ihn verbürgen, Dank sagen meinem Menschen, der mir all die Jahre soviel Liebe gegeben hat.“

Und während der kleine Hund spricht, weint der Mann, schreit seine Verzweiflung über die ganzen Untaten an den armen Kreaturen heraus, bis er merkt, wie ihm jemand zart über die Wange streicht.
Da schreckt er auf. Er sitzt in seinem Sessel, und sein treuer Freund leckt ihm die Tränen vom Gesicht. Er nimmt den Hund in den Arm, kann nicht aufhören, ihn zu drücken und zu herzen. Er ist so froh und dankbar, dies nur geträumt zu haben und dass sein Freund noch bei ihm ist.

Aber er hat verstanden, was dieser Traum bedeutet, und er wird nie müde werden, etwas von dem wiederzugeben, was ihm aufgezeigt wurde. Er wird sich für den Tierschutz einsetzen mit all seinen Mitteln sowie die Menschen informieren und aufrütteln. So kann er ein wenig dazu beitragen, dass in vielen Ländern die Ärmsten der Armen ein besseres Leben haben werden.

 

Quelle: Gefunden bei Facebook

 

 

Über Mato

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Barbara

Da muss ich schon wieder heulen…